OLYMPIA LAMPERTHEIM FCO kämpft in der A-Liga ums sportliche Überleben / Endspiel nach der Winterpause
(tdi). Trostlos, erfolglos, führungslos, hoffnungslos? Für den FC Olympia Lampertheim hätte es kaum schlimmer kommen können. Nach dem Neuanfang in der Fußball-Kreisliga A steht das einstige Aushängeschild des Lampertheimer Fußballs nach der Hinrunde abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Dazu verließ die Führungsriege in der schweren Zeit den Verein. Neben dem ehemaligen Trainer Marc Rode, der früh das Handtuch warf, verabschiedeten sich noch vor Weihnachten der Erste Vorsitzende Markus Moser und Sportausschussvorsitzender Fredy Halbroth.
Es war von Beginn an klar, dass dem FCO ein sportlich schweres Jahr bevorstehen würde. Die komplette Gruppenliga-Mannschaft der letzten Saison hatte dem Verein den Rücken gekehrt - die Spieler aus dem C-Liga-Kader des Vorjahres sollten das Unterfangen Klassenerhalt zwei Klassen höher in Angriff nehmen. Nach nur zwei Siegen aus 17 Partien mit der schlechtesten Abwehr sowie dem schwächsten Angriff bei 13:55 Toren liegen die Blau-Schwarzen bereits sieben Punkte hinter dem Vorletzten. Allerdings mit einem Spiel weniger auf dem Konto als die direkten Konkurrenten vom SV Mörlenbach und der TG Trösel.
Nach den ersten fünf Saisonspielen ohne Punktgewinn bei katastrophalen 2:22 Toren erkannte auch der letzte Illusionist im Umfeld des Lampertheimer Traditionsvereins, dass die guten Zeiten des Klubs, der im Oktober sein 100-jähriges Jubiläum beging, definitiv vorbei sind. Nach einem sensationellen 1:0-Sieg gegen den Tabellenzweiten Eintracht Bürstadt folgte die nächste Pleitenserie. Nach acht Niederlagen aus neun Spielen trat Marc Rode im Anschluss an das 0:4 gegen Primus TSV Aschbach desillusioniert zurück, und Steffen Pflüger übernahm das Traineramt. Auch unter dem neuen Coach waren die Erfolge rar gesät. Immerhin konnte Pflüger mit fünf Punkten aus sechs Spielen eine durchwachsene Bilanz aufweisen. Am letzten Spieltag vor der Winterpause gelang der erste Sieg unter Pflüger gegen die SG Einhausen.
“Ich sehe unsere Lage nicht so dramatisch. In den letzten Spielen ging es steil nach oben”, so der Rode-Nachfolger. “Vorher gab es hier eine falsche Politik. Außerdem war die Mannschaft vom Verletzungspech verfolgt.” Mit Matthias Koch, Stefan Gegenfurtner, Marc Hoffmann, Dirk Proksch und Roman Bieniek fehlten wichtige Leistungsträger. Dazu hörten Dominik Blechschmidt, Christopher Waschke und Marco Stein wegen gesundheitlicher Probleme komplett mit dem Fußballspielen auf. Christian Oliver musste lange auf seine Spielberechtigung warten. “Es fehlt nicht an Qualität, es waren die Verletzten, die uns fehlten”, erklärte der Zweite Vorsitzende Bernd Härtel. Von der Rückkehr der Leistungsträger und Führungsspieler hängt der Klassenerhalt des FC Olympia Lampertheim in der Fußball-Kreisliga A ab.
Daneben muss Pflüger die Mannschaft aufbauen und daran glauben, dass das Unmögliche noch machbar ist. “Das zehrt natürlich an den Nerven. Meine Aufgabe ist es, die Mannschaft aufzurichten.” Personell soll bei den Spargelstädtern nachgebessert werden, um eine konkurrenzfähige Mannschaft in die Rückrunde zu schicken.
Allen Unkenrufen zum Trotz glaubt Härtel an das Wunder Klassenerhalt. “Ja, ich glaube daran. Es ist machbar, es liegt im Bereich des Möglichen.” Dafür darf aber die Integration der Rückkehrer nicht zu lange dauern, und die Spieler müssen - auch wenn es erst einmal aussichtslos erscheint - über sich hinauswachsen. Am 7. März geht es direkt zum Endspiel gegen den Vorletzten zum SV Mörlenbach. Mit einem Sieg dürften die Spargelstädter wieder hoffen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Lampertheimer-Zeitung 12.Februar 2010
http://www.lampertheimer-zeitung.de/sport/lokalsport/fussball



